bild2Seit unserem letzten Bericht  im Complemedis Newsletter sind 4 Jahre vergangen und viel Wasser den Khalkh Gol  und Onon Fluss  hinunter geflossen.

Wir haben unsere Projekte diversifiziert und ausgedehnt. Im entlegenen Standort Yalalt, wo alles begann, haben wir 5 Jahre Anbauversuche mit Saposhnikovia ausgeführt. Der Durchbruch gelang uns allerdings erst, nachdem das Agroscope in Conthay (VS) die Medizinalpflanze an 3 ihrer Standorte mit Erfolg angebaut hatte. Mit den Erkenntnissen aus dem Wallis und dem SH Preis für Entwicklungszusammenarbeit boten wir ab 2008 Mikrokredite, Workshops und Abnahmeverträge für 12 neue Familien an, die jedes Jahr ¼ Hektar mit Sapo bebauen sollten. Obwohl diese Vertragsbauern vorwiegend aus dem Volk der Burjaten sind, die schon seit 5,6 Generationen sesshaft und z.T. mit Gemüseanbau vertraut sind,  tun auch sie sich ziemlich  schwer mit der Ausdauer, die es braucht um eine Pflanze 4 Jahre hindurch zu hegen und zu pflegen. Und so haben sich die 3 erfolgreichsten Bäuerinnen und Bauern heuer in ihrem Erfolg gesonnt und wegen den wunderbar grünen Sapo-Feldern schlicht vergessen, die nächste Kultur auszusäen.



Nomin, Tuya die erfolgreichen Bäuerinnen  und ihr Sapofeld in Bayandun 

Einige Mitarbeiter haben eigene Initiativen ergriffen, was mich sehr freut: Dorjsuren, ehemaliger Mathematikprofessor an der Schule von Dadal, will Sapo nicht in Reihen (wegen der Ernte von mir so vorgeschlagen) aussäen, sondern die Wildversamungen in seinem extensiven Weizenfeld schützen und pflegen. Andere Männer derselben Gemeinde haben sich von WWF und Provinzregierung 500 Hektaren Naturreservat gesichert und sich verpflichtet, dieses nachhaltig zu bewirtschaften, inkl. Saposhnikovia Wildernte. Für ihre Methode kommt allenfalls der mit Metallbauer Zatti in Etzwilen entwickelte Erdbohrer, mit dem wir jede Pfahlwurzel einzeln ausstechen, zur Anwendung. Eine Schweiss treibende Arbeit, wie es Anna Beerli in Dadal demonstriert, solange wir uns keinen Antriebsmotor leisten können.

Nachdem dieses Jahr wieder vieles nicht ganz programmgemäss verlaufen ist, mongolisch halt, rechnen wir damit, 2011  200  - 500 kg Wurzeln zu ernten und zu verarbeiten. Um ganz sauber arbeiten zu können werden wir uns ein isoliertes Fertighaus kaufen und in Dadal auf dem Areal (und unter der Aegide) vom WWF aufstellen. Mein Mitabeiter der allerersten Stunde, B. Ganhuyag, will zusammen mit dem unternehmerischen  Dorjsuren die Verarbeitung (Ankauf, Reinigung, Schnipseln, Verpacken, Verschicken) an die Hand nehmen. So behalten wir die Wertschöpfung in der Mongolei, was im Sinn unserer allerersten drei Ambitionen ist, nämlich die Biodiversität der Steppe zu erhalten, den Leuten an Ort eine Arbeit und ein Einkommen und dem westeuropäischen TCM Markt erstklassige Rohdrogen anzubieten.

Wir danken der Firma Complemedis und ganz besonders Herrn S. Bühlmann für die langjährige Geduld, Anteilnahme und finanzielle Unterstützung unseres Projekts, Eigentlich hätten wir schon viel früher liefern wollen, aber die „Infrastruktur“ ist in der Mongolei so schwach, dass alles Zeit, Nerven, Collateral-Entwicklung (Kompostieren, Pflanzenschutz, Englisch- und PC Unterricht, Koch-und Ernährungslehre, Schweissunterricht, politische Vorstösse, etc), braucht.  Zuversicht und eine gute Gesundheit aller Mitarbeiter voraussetzt. 2 Mitarbeiter sind an banalen Krankheiten gestorben und fehlen dem Projekt, ich selbst habe drei Autounfälle in der Steppe und eine Ernährung für starke Mägen - bis jetzt – überlebt.

Lichtblicke für das nächste Jahr sind
- die Zusage von Hansjörg Seiwald, Herbalist und Staudengärtner, wieder in der Mongolei mitzuarbeiten,
- die Begeisterungsfähigkeit der mongolischen Mitarbeiter, die zu Freunden geworden sind
- ein Qualitätshaus, von einem mongolischen Ingenieur, nach ökologischen Prinzipien vorfabriziert, kaufen zu können und als Fabrik zu nutzen (www.isohaus.mn)
- von Complemedis, verschiedenen Stiftungen, Service-Clubs und Freunden weiterhin finanziell und ideell gestützt zu werden
- die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Mongolischen Botschaft in der Schweiz, der Provinzregierung von Dornod, dem WWF Dadal und Projets Mongolie in Genève und Ulaan Baatar

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