Die organoleptische, makroskopische und mikroskopische, aber auch chemische Identitätsbestimmung von chinesischen Heilpflanzen stellt den wichtigsten Bestandteil der Qualitätskontrolle von chinesischen Heilmitteln dar.

Complemedis AG verlässt sich dabei auf die Dienste von Phytax GmbH (www.phytax.ch), denn dort ist das entsprechende Knowhow vorhanden. Wissenschaftliche Experten auf dem Gebiet der Botanik, Phytochemie, Pharmakologie, Toxikologie arbeiten dort und auch die chinesische Sprache, Schrift und Kultur sind im Betrieb bestens bekannt und werden da sogar von einigen Mitarbeitern gesprochen.

So bekommt die Phytax GmbH auch morphologische Identitätsaufträge von namhaften qualitätsbewussten anderen Spezialisten, wie vom Authentication Center for Chinese Medicinal Herbs in Royal Botanical Gardens Kew (England), sowie von einer führenden TCM-Toxikolgie-Professorin aus England, von andern Analyselabors, von Kräuterhandelsfirmen aus Europa, China und Taiwan. Die Experten bei Phytax GmbH sind in der Lage, Identitätsbestimmungen nicht nur an getrockneten Rohdrogen, sondern auch an Extrakten zu machen.

Verfälschungspotezial bei der Bestimmung chinesischer Heilpflanzen

Phytax GmbH hat seit ihrem Bestehen Tausende von Chargen bestimmt und dabei einen guten Überblick über das Verfälschungspotenzial dieser Produkte gewonnen. Obwohl die Lieferanten, die Phytax GmbH analysiert hat, oft zu den besten auf dem chinesischen oder taiwanesischen Markt gehören, hat die Prüffirma festgestellt, dass konstant auch falsche oder zumindest nicht pharmakopöekonforme Chargen bei allen Anbietern vorkommen. Der beste Anbieter kommt dabei auf eine Verfälschungsrate von wenigen Prozent, wobei diese Verfälschungen dann toxikologisch und pharmakologisch nicht immer ins Gewicht fallen und lediglich auf die strenge und sicher auch noch zu enge Quellendefinition der chinesischen Pharmakopöe zurückgehen.

Was weitere Kräuterlieferanten aus China und Taiwan betrifft, so liegt die Quote der Produkte mit falscher Identität zum Teil wesentlich höher und sie kann je nach Lieferant bis 25% betragen! Zu den pharmakologisch relevanten Verfälschungen gehört zum Beispiel die toxikologisch bedenkliche Aristolochia an Stelle von Clematis armandii (Chuan Mu Tong).

Inwieweit Verfälschungen bewusst oder akzidentell geschehen, bedürfte einer eingehenderen Untersuchung. Es sind durchaus Fälle aus China bekannt geworden, bei denen absichtlich geschummelt wurde. So erhielt ein Anbieter in England neulich von einem Lieferanten aus China statt Ginseng eine in ein Ginsenosidbad getauchte Charge von Wurzelteilen von Codonopsis, die bei der HPLC-Kontrolle auf diese Inhaltsstoffe vorerst nicht beanstandet und die Verfälschung erst in einem andern Schritt entdeckt wurde. Etwas weniger raffiniert ist die in China durchaus verbreitete Methode, bei den Firmen welche Extrakte aus Kräutern herstellen, die ausgekochten Rohdrogen wieder trocknen und sie nochmals auf dem Rohdrogenmarkt verkaufen.

In Europa ist die Zahl der Zwischenfälle wegen toxikologisch bedenklicher TCM-Arzneimittel je nach Land unterschiedlich. Dass in England prozentual deutlich mehr solche auftreten als in der Schweiz, könnte unter anderem auf die mangelnde Kontrolle in England, bzw. auf die gute Prüfung bei Complemedis, die in der Schweiz einen grossen Marktanteil hat, zurückzuführen sein.
Jedem TCM-Arzt und -Therapeuten sollte bewusst sein, welches Risiko er eingeht, wenn Ware von ungenügend qualifizierten Anbietern bezogen oder verschrieben wird.

Um ein weiteres Beispiel zu geben, wie die Situation der Identitätsbestimmung in einem wichtigen Konsummarkt von TCM-Produkten aussieht, möchten wir hier eine Publikation zitieren, die die taiwanesische Gesundheitsbehörde publiziert hat:

Um sich einen Überblick über die Verfälschungssituation auf dem taiwanesischen Markt zu machen, hat diese Behörde gemäss einer Publikation aus dem Jahre 2007 folgende 20 TCM-Rohdrogen auf ihre Identität geprüft:

  • Clemtis armandii Franchet
  • Salvia miltiorrhiza BGE.,
  • Akebia quinata (THUNB.) DECNE.,
  • Cyathula officinalis KUAN,
  • Cynanchum stauntonii (DECNE) SCHLTR. ex LEVL.,
  • Cynanchum atratum BGE.,
  • Pulsatilla chinensis REGEL,
  • Acorus gramineus SOLAND.,
  • Lycium chinense MILL.,
  • Saposhnikovia divaricata (TURCZ.) SCHISCHK.,
  • Taxillus chinensis (DC.) DANSER,
  • Bupleurum chinense DC.,
  • Prunus persica (L.) BATSCH,
  • Gardenia jasminoides EILLS,
  • Astragalus membranaceus BUNGE,
  • Nelumbo nucifera GAERTN.,
  • Caesalpinia sappan L.,
  • Siegesbeckia orientalis L.,
  • Knoxia valerianoides THOREL et PITARD,
  • Eclipta prostrata L.,
  • Momordica cochinchinensis SPRENG

Die Behörde erstellte mikroskopische Schnitte, um die Pflanzenarten zu prüfen. Wir gehen gemäss unserem Wissensstand davon aus, dass diese Behörde gute Botaniker oder Botaniker-Pharmakognosten zur Hand hatte und einen grossen Teil der Arten identifizieren konnte. Wir hegen aber dennoch Zweifel, ob die Leute, die an dieser Studie arbeiteten, nicht vielleicht doch mit einigen Pflanzen beträchtliche Identifikationsprobleme hatten, so etwa in der Bestimmung von Taxillus chinensis.

Die Behörde untersuchte 230 Apotheken in 21 Städten in allen Bezirken von Taiwan:

  • 33 Apotheken hatten statt Clematis armandii (Chuan Mu Tong) die aristolochiasäurehaltige und deshalb toxische Droge Aristolochia manshuriensis (Guang Mu Tong) im Angebot!
  • Bei Cyathulae officinalis hatten nur 38 Apotheken das korrekte Produkt.
  • Anstatt Cynanchum atratum hatten 138 Apotheken Cynanchum stauntonii.
  • Nur in 19 Apotheken fand sich die korrekte Art Pulsatilla chinensis.
  • 22 Apotheken gaben Anemone altaica statt Acorus tatarinowii ab. Anemone altaica wird häufig als Substitut für Acorus angeboten, hat aber ein eindeutig anderes Wirkspektrum als Acorus, wenn auch ein nebenwirkungsärmeres.
  • Bei Lycium chinensis hatten 6 Apotheken ein falsches Produkt.
  • Bei Taxillus hatten nur 21 Apotheken das Pharmakopöe-Produkt (siehe auch Kommentar oben). Die restlichen Apotheken haben aber wahrscheinlich das in Taiwan häufig verkaufte Viscum coloratum angeboten, das ein legitimes Substitut von Taxillus chinensis ist und gemäss einem fundierten chinesischen Apotheker, den die Firma Complemedis als Berater beizieht, in alten chinesischen Büchern als mindestens so wirksam, wenn nicht wirksamer als Taxillus chinensis beschrieben wird.
  • Bei Semen Persicae hatten 12 Apotheken eine Verfälschung im Angebot.
  • Bei Gardenia jasminoides führten 14 Apotheken die Verfälschungspflanze Shui Zhi Zi = Gardenia jasminoides var. grandiflora.
  • Nur 32 Apotheken boten korrekten Astragalus mongholicus an. In Taiwan wird oft das legitime Substitut Hedysarum polybotrys verkauft, doch auch dieses hat ein leicht von Astragalus abweichendes Wirkspektrum.

Diese Zusammenstellung der taiwanesischen Behörde zeigt eindrücklich auf, wie wichtig die korrekte Identitätsbestimmung von chinesischen Heilpflanzen, aber auch Pilzen, tierischen und mineralischen Produkten ist.

Complemedis AG garantiert Ihnen dank der seriösen und fachkompetenten Arbeit der Phytax GmbH, dass nur eindeutig identifizierte und vollständig auf Reinheit geprüfte chinesische Heilpflanzen (und daraus gewonnene Produkte) auf den Markt kommen.