Fachwissen

Auch 2007 besuchte Helene Menk das Heilpflanzen-Projekt in der Ost - Mongolei, diesmal begleitet von Hansjörg Seiwald, Herbalist und Staudengärtner.

53_0_0_images_stories_fangfeng3Nach den Sandverfrachtungen im letzen Jahr, welche die Felder in eine Wüste verwandelten, war es dieses Jahr herrlich grün. Zum einen, weil Enktaiwan und Onloo, die das Projekt jetzt vom "pensionierten" Bayaara übernommen haben, zwei Brunnen gegraben haben. Somit kann nun bewässert werden: Fundamental bei dem sandigen Boden und dem Wind, der zusätzlich austrocknet. Zum anderen funktioniert die Kompost-Wirtschaft; der Kuhdung wird nicht mehr im Ofen verheizt. Dies sicher auch, weil wir zwei verschiedene Solarkocher, aus privater Hand finanziert, mitgebracht haben.

Was im Moment aber noch fehlt sind grössere Mengen von "Sapos". Die langsamwachsenden Pflanzen wurden vom Unkraut erstickt, Onloo und Enktaiwan waren nicht in der Lage, dieses einzudämmen. Wir haben uns entschlossen, das Unkraut im Moment nur abzumähen, sodass die Wurzeln den Boden vor Windverfrachtung schützen, bis nächstes Frühjahr gepflügt und frisch gesät werden kann.

53_0_0_images_stories_fangfeng1Ein Schwerpunkt des diesjährigen Besuchs waren auch intensive Gespräche, in denen wir herausfinden wollten, wo die Probleme liegen. Zum Einen herrscht immer noch dieses Angestellten-Denken und damit mangelndes Verantwortungsbewusstsein. Zum Beispiel werden die Kulturen vernachlässigt und wenn wir da sind, wird jeden Tag brav gejätet. Eine Folge von jahrhundertealter Nomadentradition, 400 Jahren Buddhismus und 70 Jahren sowjetischer Unterjochung? Die Korruption floriert und wer selber nicht korrupt ist, bleibt arm. Sapos werden immer noch tonnenweise gewildert, obwohl dies verboten ist. Hier soll das Projekt ansetzen, denn wenn der Anbauer mehr verdient als der Wilderer, können die Wurzeln über unsere "nicht korrupten" Kanäle zu Preisen verkauft werden, von denen die Anbauer gut leben können. So kann auch die Biodiversität der Steppe geschützt und ein wunderschönes Biotop erhalten werden, das auf der chinesischen Seite schon "zu Tode gewildert" ist.

Ab 2008 werden wir 15 Familien in 3 Schwerpunktstandorten in Dornod ein Anbau-Kit mit folgenden Bestandteilen anbieten: ein zurückzahlbarer Mikrokredit, eine Anbau-Anleitung auf mongolisch, Saatgut, Werkzeug und eine fachliche Betreuung vor Ort. Die kultivierten Wurzeln werden wir zu einem fairen Preis aufkaufen. In Choibalsan, der Provinzhauptstadt, werden wir sie in einem eigens dafür eingerichteten Atelier verarbeiten.

53_0_0_images_stories_fangfeng3Für weitere Informationen oder Spenden (z.B. von Gartenwerkzeugen) kontaktieren Sie bitte Helene Menk, dipl. Ing. agr. ETH, Burgstieg 3, CH-8260 Stein am Rhein, e-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder
p/a Eastern Steppe Biodiversity Project, Yalalt Bag, Khalkh Gol Soum, Dornod, Mongolia.

Helene Menk und Hansjörg Seiwald

Complemedis AG, Leinfeldstrasse 59, CH-4632 Trimbach, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!