Fachwissen

Chrysanthemi morifolii, Flos – Ju Hua

Der wissenschaftlich korrekte Name von Chrysanthemum morifolium ist Dendranthema x morifolium. Das x steht für die Bezeichnung eines Kulturhybriden.

Die Chrysanthemenblüte wird in China in riesigen Mengen angebaut und konsumiert. Besonders beliebt ist sie im Süden Chinas, wo die Menschen nicht wie in andern Landesregionen den bekannten Jasmintee trinken, sondern wo das häufigste Getränk für mehrere hundert Millionen Chinesen der sog. Ju Pu-Tee ist. Ju Pu ist nichts anderes als die Zusammensetzung von Ju Hua (Flos Chrysanthemi morifolii) und Pu Erh-Tee. Bei letzterem handelt es sich um einen speziell fermentierten Tee von einer alten Sorte des Teestrauches. Letzterer wird zu allen möglichen Tees verarbeitet, nämlich zu weissem Tee, Grüntee, Oolongtee, gelbem Tee, Schwarztee. Pu Erh-Tee hat einen etwas modrigen Geruch und Geschmack. Dieser Pu Erh-Tee wird mit den Blüten der Chrysantheme angereichert. Besonders in warmen und feuchten Monaten belieben die Chinesen ihn zu trinken. Man sagt, er treibt überschüssige Feuchtigkeit aus dem Körper aus. Er entwässert und wirkt kühlend. Im Westen bisher eher bekannt war der Jasmintee, bei welchem dem Grüntee Jasminblüten beigefügt werden.

Flos Chrysanthemi morifolii ist eine der bestuntersuchten Pflanzen der TCM, bei der Dutzende von Inhaltsstoffen bekannt und untersucht sind.

JuHua Bluehende PflanzeEs ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir Ihnen dieses Mittel präsentieren können. Hinter Ju Hua versteckt sich nämlich eine Problematik im Handel mit Arzneimitteln der TCM, die ernsthaft angepackt werden musste: Nicht wenige Heilkräuter aus China werden während des Anbaus oder der Lagerung und auf dem Transport mit Pestiziden behandelt. Flos Chrysanthemi ist eines der am meisten von Käferfrass befallenen Mittel und darum lieben es die Chinesen, diese häufig gebrauchte Pflanze vor Schädlingsbefall zu schützen und es mussten in der Vergangenheit immer wieder Lieferungen beanstandet werden, weil sie schadstoffbehaftet waren. Das Bewusstsein für qualitativ gute Ware ist zwar in China seit Jahrtausenden bekannt und man weiss dort, welche Chrysanthemenblüten vom Aussehen und Geschmack her guter Qualität entsprechen, doch leider sieht man diesen nicht direkt an, ob sie mit Pestiziden behandelt sind. Erst als die Blüten in den Westen exportiert wurden und dort analysiert wurden, konnte die Problematik der Pestizide in den Heilkräutern aus China aufgedeckt werden. Complemedis prüft konsequent ihre Lieferungen auf Schadstoffe und das wissen unsere Lieferanten. So ist es uns heute möglich, Ihnen Produkte anbieten zu können, welche den behördlichen Richtlinien entsprechen.

Chrysanthemen lindern Heuschnupfensymptome und sind deshalb häufig in klassischen und modernen Formeln der TCM enthalten. Sie können aber auch ganz gut als entschlackender/entwässernder Tee an warmen Sommertagen aufgebrüht werden. Er darf dann ohne weiteres mit Rohzucker gesüsst werden. Chrysanthemenblüten (Ju Hua) haben einen leicht bitteren Geschmack, den man aber gerade an heissen Sommertagen als angenehm empfindet.

Ju Hua ist auch eines der fünf wichtigsten Mittel in der Augenheilkunde. Die aufgebrühten Blüten entfalten sich wie kleine Schwämme oder Tupfer und können sogar direkt auf diese Weise zur Waschung von entzündeten Augen angewandt werden. Säuglinge und Kleinkinder, welche leicht dazu tendieren, entzündete und verklebte Augen zu haben, hilft dieses Mittel auf diese Art sehr gut. Ich empfehle jeweils, mit den Blüten einen Aufguss in der oben beschriebenen Weise zu machen, die Blüten zur Waschung oder Reinigung der Augen zu nehmen und den Tee, den man dann noch süsst, zu trinken. Die gleichzeitige Anwendung äusserlich und innerlich wirkt besonders gut. Eltern kommen mit ihren Kindern oft erst dann zum Arzt, wenn sie deren verklebte Augen bereits während Tagen erfolglos mit der hierzulande besser bekannten Kamille zu reinigen versuchten. Was Kamille nicht schaffte, bewältigen Chrysanthemenblüten oft in kurzer Zeit.

Ju Hua ist Bestandteil der klassischen Formel Sang Ju Yin. Ju in diesem Formelnamen steht nämlich für Ju Hua. Diese klassische Rezeptur findet Anwendung bei Halsweh, welches mit Husten verbunden ist und bei dem die Patienten eher unangenehme Hitze oder Fieber verspüren. Sang Ju Yin ist eines der am häufigsten gebrauchten Mittel in der Therapie der Erkältungskrankheiten, oder – in diesem Fall eben präziser und chinesischer ausgedrückt: Erkältungskrankheit mit Symptomen von warmem Charakter.

Ju Hua findet auch Anwendung zur ‚Entgiftung’ von Hautkrankheiten und es tut auch der Leber gut, wobei hier durchaus von der Leber im klassischen chinesischen Kontext, als auch im westlich schulmedizinischen gesprochen werden darf. Ein Chrysanthementee nach einer durchzechten Nacht hilft den Kater vertreiben und regeneriert die Leber. Auch nach schweren Mahlzeiten ist Ju Hua zur Ausleitung von ‚Schlacken’ geeignet.

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