Fachwissen

Aarau, 10.3.2005

An alle Verschreiberinnen und Verschreiber von chinesischen Arzneimitteln
An alle Patientinnen und Patienten, die chinesische Arzneimittel einnehmen

Swissmedic hat entschieden, dass durch die Anwendung von chinesischen Arzneimitteln, welche Pyrrolizidinalkaloide (PA) enthalten eine Gefahr für die Gesundheit bestehen kann. PA machen in hohen Dosierungen Leberschäden oder erhöhen nach Langzeitanwendung unter Umständen das Risiko für eine Erkrankung an bösartigen Tumoren geringfügig.

  • Complemedis AG führt unter rund 500 Mitteln drei, welche PA enthalten, nämlich:
  • Radix Lithospermi seu Arnebiae (Zi Cao)
  • Flos Tussilaginis (Kuan Dong Hua) = Huflattichblüten
  • Herba Eupatorii (Pei Lan)

Zur Erinnerung: Auch die in der westlichen Kräutermedizin bekannten Symphytum (Beinwell) und Borretsch enthalten PA.

Diese Mittel werden vergleichsweise selten angewandt. Lithospermum spielt vor allem eine Rolle in der Dermatologie, also bei gewissen Hautproblemen. Huflattichblüten werden sowohl in der chinesischen Medizin, als auch in der westlichen Volksmedizin traditionell seit Jahrtausenden gegen Husten eingesetzt.

Complemedis AG verfügt als einzige Firma in der Schweiz über ein eigenes Labor (siehe unter www.phytax.ch) das beauftragt ist, die Qualität der Mittel, teilweise in Zusammenarbeit mit in der EU akkreditierten Laboratorien, zu prüfen.

Complemedis AG kennt demzufolge die PA-Werte ihrer Produkte und kann dafür garantieren, dass die von der Swissmedic genannten Grenzwerte eingehalten werden können, womit dem Gesetz Genüge getan werden kann.

Überdies beschäftigt Complemedis AG Fachkräfte, die an der ständigen Überprüfung und Verbesserung wissenschaftlicher Erkenntnisse arbeiten. Zur Problematik der PA können wir Ihnen deshalb kompetent Auskunft erteilen. Und diese ist unsere Meinung zum Thema:

Die Messung von PA, wie sie Swissmedic verlangt, ist eine aus heutiger Sicht ungenaue Methode. Man misst dabei nämlich nicht die gefährlichen PA einzeln, sondern nur als Vergleich zu einem vorgegebenen Standard. Die Ausarbeitung von Messmethoden, die es routinemässig erlauben, exakte Werte für gefährliche PA zu erbringen, ist eine Forderung von Complemedis AG. Wir vertreten die Meinung, dass die gegenwärtige und ungenaue Methode zu allzu strengen Grenzwerten führt.

Complemedis AG führt eine Abteilung zur Pharmakovigilanz, d.h. sie sammelt Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen von chinesischen Arzneimitteln. In den letzten 15 Jahren wurde uns kein Zwischenfall mit den PA-haltigen Arzneimitteln gemeldet. Langzeitstudien sind naturgemäss momentan nicht verfügbar. Negative Meldungen aus dem Ausland oder China sind auch bezüglich letzterem nicht bekannt.

Der Complemedis AG sind Therapeuten aus dem Ausland bekannt, die Lithospermum in sehr hohen Dosen (zum Teil zehn Mal höher als hierzulande meistens angewandt) verwenden, dabei regelmässige Leberwertbestimmungen machen und die über keinerlei negative Einflüsse berichten können.

Complemedis AG arbeitet daran, ev. Risiken weiter zu minimieren, zum Beispiel durch das Aufsuchen von PA-armen oder PA-freien Sorten der genannten Kräuter. Leider können PA durch längeres Kochen nicht zerstört werden.

In chinesischen Arzneimittelmischungen macht der Anteil an PA-haltigen Mitteln meist nur eine sehr geringer Anteil der gesamten Mischung aus. Die aufgrund unserer Resultate ermittelten Tageshöchstmengen sind bisweilen in Berücksichtigung der oben erwähnten Argumente auch in der Vergangeheit nicht besorgniserregend gewesen.

Unabhängige Untersuchungen zur Qualifikation von TCM-Mitteln verschiedener Schweizer Distributoren zeigte, dass zwischen den einzelnen Firmen sehr grosse Qualitätsunterschiede bestehen. Produkten von Complemedis AG können Sie vertrauen, denn es stehen Leute dahinter, die dies gewährleisten können. Complemedis veröffentlicht immer wieder Beiträge zum Thema für Laien oder Fachpersonen auf ihrer Homepage www.complemedis.ch.

Bei Complemedis arbeiten Personen aus dem therapeutischen Umfeld, die sich die sichere Anwendung von TCM auf ihre Fahnen geschrieben haben. Die Anwendung von chinesischen Arzneimitteln in der Schweiz hat in den letzten 20 Jahren Hunderte, ja Tausende von Menschen vor den Nebenwirkungen westlicher Schulmedizin bewahrt. Stünden der TCM so viele Gelder wie der westlichen Schulmedizin zur Verfügung, so wäre dieser Beweis sicher zu erbringen.

Sie können einen Beitrag dazu leisten, indem Sie die Initiative ‚Ja zur Komplementärmedizin’ (www.ja-zur-komplementaermedizin.ch) unterschreiben und später darüber abstimmen, denn es entspricht dem Wunsch einer Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer, dass komplementärmedizinische Therapierichtungen erhalten und gefördert werden. In gewissen Kantonen ist dieser Wunsch gesetzlich verankert. Es bedürfte grosser Evidenz, solche Bemühungen zu beschränken. Leider gibt es Kreise, denen es immer willkommen ist, wenn die Komplementärmedizin unter Beschuss gerät. Leider müssen wir darüber berichten, dass noch weitere chinesische Heilkräuter Beschränkungen unterworfen und Verbote für deren Anwendung erlassen werden, oder dass ihrer Zulassung unüberwindbare Hürden gesetzt werden. Davon könnten zum Beispiel harmlose tierische Produkte wie zerstossene Muschelschalen betroffen sein. Selbstverständlich begrüssen wir es, wenn Sie Swissmedic (www.swissmedic.ch) direkt oder indirekt über Fachgruppen, Patientenorganisationen und Institutionen zur Förderung der Komplementärmedizin wissen lassen, dass Sie es schätzen würden, wenn es verantwortungsbewussten Therapeuten weiterhin möglich ist, den ganzen Schatz der chinesischen Arzneimittel zu nutzen.

Wir danken für Ihr Verständnis und freuen uns über Ihr Engagement herzlich.

Complemedis AG, Leinfeldstrasse 59, CH-4632 Trimbach, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!