Fachwissen

Appendix III der Chinesischen Pharmakopöe 2005 (PPRC 05)

Von den mehr als 12'000 Pflanzen, bzw. Pflanzenteilen, Pilzen, Mineralien und Tierprodukten, welche die Materia Medica Chinas kennt, sind nur rund 600 in der chinesischen Pharmakopöe mit Monographien beschrieben. Im Anhang Nr. III der PPRC 05 werden aber 155 weitere Mittel aufgelistet, welche in sog. chinesischen ‚Patents’, also in Spezialitäten, in auf dem Markt verfügbaren Kombinations- oder Einzelmitteln verwendet werden. Monographien dazu sind nicht beschrieben, sondern es wird lediglich darauf hingewiesen, welchen botanischen Arten die Mittel entsprechen müssen. Zudem wird erwähnt, dass Provinzen, lokale Behörden und autonome Regionen über Regelwerke verfügen, welche lokalen Traditionen Rechnung tragen.

Auf der nachfolgenden Liste sind die in der Appendix III der PPRC 05 erwähnten Mittel aufgeführt.
Nebst vielen Unbekannten und für uns eher unbedeutenden Mitteln finden sich darauf auch solche, welche wir gerne im Hauptteil der PPRC 05 sehen würden, denn nur dieser wurde als Grundlage für die TAS (Traditionelle Asiatische Stoffliste) von der Swissmedic akzeptiert, will sagen, zur sehr vereinfachten Registrierungsmöglichkeit übernommen. Wollte man zusätzlich Mittel, welche nicht auf der TAS sind, also unter anderem alle Mittel der Appendix III registrieren, müssten diese in einem zwar im Vergleich zu Medikamenten der Schulmedizin immer noch vereinfachten, aber doch schon für unsere Verhältnisse und finanziellen Möglichkeiten schwierigen Verfahren zur Registrierung gebracht werden. Es sei zudem erwähnt, dass alle tierischen Produkte (ausser Muschelschalen) ebenfalls nicht auf der Liste-TAS sind.

Unter den Mitteln, die wir leider in der Grundausstattung der PPRC 05 nicht finden, die aber in der Appendix III stehen, befinden sich zum Beispiel folgende:

  • Massa medicinalis fermentata (Shen Qu)
  • Draconis, Os (Long Gu)
  • Myrrha (Mo Yao)
  • Boswellia = Olibanum (Ru Xiang)
  • Oldenlandiae = Hedyotidis, Herba (Bai Hua She She Cao)
  • Gypsum fibrosum calcinatum (Duan Shi Gao)
  • Pini, Lignum Nodi (Song Jie)
  • Succinum (Hu Po)
  • Bombycis, Faeces (Can Sha)
  • Trogopteri, Faeces (Wu Ling Zhi)
  • Artemisiae anomalae, Herba (Liu Ji Nu)
  • Pu Erh Tee – Camelliae sinensis, var. assamica (Pu Erh Cha)

Die Registrierung von Mitteln der TCM bei der Swissmedic bedeutet nichts anderes, als dass diese als ganze Gebinde handelbar sind.

TCM-Arzneimitteltherapie besteht in der Regel darin, den Patienten individuelle Rezepturen zu verschreiben. Der Arzt stellt eine sog. Magistralrezeptur zusammen. Diese besteht meistens aus mehreren Komponenten. Aus ganzen Gebinden entnimmt die Apotheke die für die Rezeptur nötigen Mengen. Da die Magistralrezeptur dem Arzt aber die Möglichkeit gibt, selbst zu entscheiden, was er für richtig hält, kann dieser im Grunde genommen verschreiben, was ihm gefällt. Das muss dann nicht notwendigerweise ein bei Swissmedic registriertes Produkt sein, denn die Magistralrezeptur untersteht nicht deren Aufsicht, sondern der des Kantonsapothekers. Welche Ansprüche dieser an Produkte der TCM stellt, ist bisher nicht eindeutig geregelt. Das betrifft also sowohl das Sortiment der Mittel, als auch die Definition derer Qualität. 

 Liste TAS 90.13 Kb 16/03/2009

 pprc_05_appendix_a-z.pdf 16/03/2009

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