Fachwissen

Muss ich meine Ernährung umstellen, wenn ich mich mit TCM behandeln lasse?

Die chinesische Ernährungslehre beruht auf den gleichen Grundsätzen, welche auch in der chinesischen Medizin (TCM) angewandt werden. Somit kann es Sinn machen, diese in gewissem Masse einzuhalten.
In China dreht sich das ganze Leben um das Essen. Da es einen so wichtigen Stellenwert hat, ist es auch logisch, dass darüber viel gesprochen, gedacht und geschrieben wurde. Seit Jahrhunderten haben Chinesen klare Vorstellungen, was gesund ist und was nicht. Dieses Wissen ist im Volk bis heute weit verbreitet und nur die jüngste Generation scheint Mühe zu bekunden, diese Tradition weiter zu pflegen. Zu gross ist möglicherweise schon heute der Einfluss der westlichen Medien und die negativen Folgen der wirtschaftlichen Öffnung beginnen sich leider mehr und mehr bemerkbar zu machen. Teilweise ist aber heute doch schon wieder ein leichter Gegentrend gegen die neuen Einflüsse aus dem Westen zu beobachten. Wir Leute aus dem Westen kennen die Grundsätze der chinesischen Ernährungslehre, welche die gleichen sind, die auch in der chinesischen Medizin zur Anwendung gelangen, nicht von Kindsbeinen an. Wir brauchen deshalb Hilfe, Gedankenstützen und Handlungsanweisungen.

Chinaläden

Es gibt Leute bei uns, die haben einen gewissen Nationalstolz. Sie sind der Meinung, dass die Verhältnisse, die wir hier haben gut sind. Sie glauben auch, dass die hiesige Kost gesund ist. Bodenständig ist sie, nährt gut und macht rote Backen. Zum Sortiment gehören viel Milch und Milchprodukte wie Käse, Fleisch, Gemüse und unsere einheimischen Früchte. Man soll nicht sagen, diese Leute lägen grundsätzlich falsch. Man könnte höchstens sagen, dass Kartoffeln, Tomaten, Mais und vieles mehr auch aus aller Herren Länder stammen und nicht zu unserem ursprünglichen Repertoire gehörten. Am 2.9.98 habe ich in der Zeitung gelesen, dass Tomaten nach den Kartoffeln das meistgegessene Gemüse in der Schweiz sind. Mehr als 10 Kilo isst jede Schweizerin und jeder Schweizer jährlich davon, 30% mehr als 1977. Die zwei am meisten gegessenen Gemüse stammen aber aus Südamerika. Die Chinesen kennen beide auch, meinen aber, man sollte weder von den einen noch den andern übermässig viel essen. Zudem behaupten sie, Kartoffeln machten engstirnig. Tja!
Zu den bodenständigen Schweizern haben sich einige Ökofundamentalisten gesellt. Auch diese haben sicher recht, wenn sie sagen, man sollte das einheimische Angebot nutzen. Dies erspare lange Transportwege. Nun gibt es aber eben in unserer modernen Welt viele Widersprüche, mit denen wir umgehen und leben müssen. Unsere Autos oder Teile davon stammen auch aus Japan und Fernost, die Computer und ihre Bestandteile von weiss der Kuckuck wo und wir machen nicht nur Ferien auf Balkonien, sondern irgendwo am Strand oder trampeln den Schweizer Bergbauern auf dem Gelände herum, wohnen auf dem Land und arbeiten in der Stadt und und und ... Es hat gar keinen Sinn, all das aufzuzählen, was uns jemand als Sünde auslegen könnte. Wahrscheinlich müssten wir sonst aufhören zu atmen, denn dadurch wird Sauerstoff verbraucht und (noch schlimmer) CO2 produziert und das ist doch mitverantwortlich an der Klimakatastrophe. 


Der langen Rede kurzer Sinn:

5 Elementees ist kein Kapitalverbrechen, auch mal in einem Asia-Shop einzukaufen oder in ein China-Restaurant zu gehen. Viel entscheidender ist die Frage, ob dies im Rahmen unseres Kapitels nötig ist. Die chinesische Ernährungslehre teilt alle Lebensmittel in gewisse Kategorien ein. Sie sagt, die einen Dinge wärmen den Körper und andere kühlen ihn ab. Einige Lebensmittel verhalten sich auch neutral, Reis zum Beispiel.
Zusätzlich zu dieser Basisinformation erfolgt eine weitere Klassierung der Esswaren in den Kategorien, die den einzelnen Elementen zugeordnet sind. Wir haben von der Fünf-Elemente-Lehre gehört und vom System der Entsprechungen. Genau gleich, wie jedem Element ein Organ zugeteilt wird, eine Geschmacksrichtung, eine Farbe etc., wird auch jedes Gemüse, jede Art Fleisch, jedes Getränk und jedes Getreide einem Element zugeordnet. Die Schlussfolgerung daraus ist die, dass ein Lebensmittel und ein Organ, das dem gleichen Element zugeordnet wurde, zusammenpasst. Wir können nun bei gewissen Störungen mittels entsprechender Wahl von Esswaren Gegensteuer geben und so wieder Harmonie im Körper schaffen. Das ganze beruht auf einer individuellen Zuordnung. Nicht jeder Mensch ist gleich. Der eine ist von eher kühler Natur, friert ständig und der andere kommt schnell in Wallung. Somit braucht der erste eher Mittel, die seinen Körper wärmen und der zweite solche, die ihn abkühlen oder zumindest nicht noch mehr aufheizen. Weil wir alles immer vom einzelnen Individuum aus betrachten müssen, dürfen wir nie pauschal über die Qualitäten eines Lebensmittels urteilen. Konkret darf man also die Kartoffel und Tomaten nicht generell verurteilen und auch die Milchprodukte dürfen nicht gesamthaft verteufelt werden. Es ist aber ohne Zweifel so, dass mehr gesundheitliche Störungen zu erwarten sind, als wenn die Leute insgesamt eher neutrale Mittel brauchen würden und solche, die nicht zu dem führen, was die Chinesen 'Verschleimung' nennen.

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